Dr. Dirk Hempel

Dr. Dirk Hempel (Hrsg.) ist habilitierter Germanist und Autor zahlreicher Publikationen zur Literatur- und Kulturgeschichte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Literatur der Aufklärung, literarische Vereine des 19. Jahrhunderts und gesellschaftskritische Schriftstellerinnen der Kaiserzeit. Außerdem hat er Biographien über Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, Thomas Mann und seine Familie und über Walter Kempowski verfasst und den Aufsatzband »Himmel auf Zeit. Die Kultur der 20er Jahre in Hamburg« mit herausgegeben. Er war Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer des Forschungsverbunds zur Kulturgeschichte Hamburgs. Heute ist er hier als Autor, Journalist und Kurator tätig.

Aktuelles zu Dr. Dirk Hempel


06.07.2026 Eine Ausstellung von Dr. Dirk Hempel und dem Wachholtz Verlag

Kritik und Engagement. Schriftstellerinnen in Hamburg und Altona um 1900

Kritik und Engagement. Schriftstellerinnen in Hamburg und Altona um 1900

Vom 2. September bis 15. Oktober 2026 zeigt das Stadtteilarchiv Ottensen eine besondere Ausstellung, die dem Wirken mutiger Schriftstellerinnen in Hamburg und Altona um 1900 gewidmet ist. Autorinnen wie Ilse Frapan, Helene Höhnk, Anna Klapp und Ida Dehmel brachen mit den Konventionen ihrer Zeit: Sie lebten selbstbestimmt, forderten Bildung, Berufstätigkeit und Gleichberechtigung für Frauen – und setzten sich in ihren Werken kritisch mit patriarchaler Unterdrückung und erzwungener Unmündigkeit auseinander.

Viele von ihnen waren aktiv in Vereinen der bürgerlichen Frauenbewegung, kämpften für soziale Reformen und verkörperten in ihrem eigenen Leben die Ideale, die sie in Romanen, Novellen und Theaterstücken vertraten. Doch ihre unangepassten Biografien und ihr Engagement galten als bedrohlich. Misstrauisch beobachtet von den Behörden, gerieten sie und ihre Werke später in Vergessenheit.
Diese Ausstellung holt sie zurück ins Gedächtnis: Sie erzählt von ihrem Leben, ihrem Schaffen und einer emanzipativen Frauenliteratur am Beginn der modernen Gesellschaft.

Mit »Wir haben kein Vaterland« von Ilse Frapan veröffentlicht der Wachholtz Verlag mit Dirk Hempel als Herausgeber sieben Erzählungen von Ilse Frapan zu den Themen Ehe als Abhängigkeitsverhältnis, weiblichem Bildungshunger, Mutterschaft und Doppelmoral, männlicher Gewalt und dem Kampf um eigene Rechte.

Einladung zur Vernissage mit Lesung
Zur Eröffnung der Ausstellung laden das Stadtteilarchiv, die Buchhandlung Christiansen und der Wachholtz Verlag herzlich zur Vernissage mit Lesung ein.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter vertrieb@wachholtz-verlag.de.

Termin: 2. September 2026, 18 Uhr
Ort: Stadtteilarchiv Ottensen – Geschichtswerkstatt für Altona e.V., Zeißstraße 28, 22765 Hamburg
Ausstellungsdauer: 2. September bis 15. Oktober

Nach der Begrüßung durch das Stadtteilarchiv und Verleger Dr. Sven Murmann liest die Schauspielerin Ute Hannig aus »Wir haben kein Vaterland« von Ilse Frapan. Im Anschluss ordnet der Herausgeber Dr. Dirk Hempel Ilse Frapan und weitere Schriftstellerinnen historisch und literarisch ein: Welche Rolle spielten diese Frauen in Hamburg und Altona? Warum wurden sie vergessen? Und weshalb lohnt es sich, sie heute wiederzuentdecken?

Im Mittelpunkt des Abends steht eine ausführliche Lesung mit Ute Hannig, die den Stimmen dieser Autorinnen wieder Raum gibt – ihren Beobachtungen, ihrer Kritik und ihrem Engagement.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

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01.09.2026 Neuerscheinung

Ilse Frapans emanzipatorische Frauenliteratur wiederentdeckt

 Ilse Frapans emanzipatorische Frauenliteratur wiederentdeckt

Am 2. September 2026 erscheint im Wachholtz Verlag der Band „Wir Frauen haben kein Vaterland. Sieben Erzählungen“ von Ilse Frapan (1849–1908). Die Hamburger Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Kinderschützerin gehört zu den bemerkenswerten, doch lange vergessenen Stimmen der Literatur- und Frauenbewegung um 1900.

Frapans Erzählungen thematisieren die Abhängigkeit von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft: Sie schreibt über weibliche Selbstbestimmung, soziale Ungleichheit, Bildungshunger, Doppelmoral und männliche Gewalt. Ihre Texte sind nicht nur historische Dokumente, sondern wirken erstaunlich gegenwärtig – sozialkritisch, feministisch und unbequem.

Herausgegeben und in den Kontext der Hamburger Literatur- und Sozialgeschichte eingeordnet wird der Band von Dr. Dirk Hempel. Nach den „Hamburger Novellen“ in „Zwischen Nacht und Morgen“ rückt dieser Band nun Frapans emanzipatorische Frauenliteratur in den Mittelpunkt.

Ein Werk, das Ilse Frapan als literarische Stimme der Frauenbewegung sichtbar macht – und zeigt, wie aktuell ihre Themen noch heute sind.

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