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Wie ein Buch entsteht: Der Druck

17.01.2017

Jedes Mal, wenn uns eine Lieferung druckfrischer Bücher im Verlag erreicht, fühlt es sich an wie ein kleines Wunder. Was einst als formlose Word-Datei im Lektorat eintraf, hat plötzlich Format. Aus »Times New Roman« in Schriftgröße 12 mit einfachem Zeilenabstand im Flattersatz ist ein eleganter, moderner und gut strukturierter Satzspiegel entstanden. Und aus der Loseblattsamllung auf 80-g/m²-Papier ist zum Beispiel ein fadengebundener Buchblock mit festem Bilderdruckpapier geworden.

 

Ein Wunder ist diese Verwandlung jedoch nicht, sondern vielmehr harte Arbeit. Alles muss bis ins letzte Details überprüft werden, auch dann noch, wenn die Druckplatten schon belichtet sind. Für den Nachdruck der zweiten Auflage von »Japan beginnt an der Ostsee. Die Keramik des Jan Kollwitz« trafen sich der Künstler Jan Kollwitz und die Herstellerin Henrike Judwitt (Wachholtz Verlag)  zum Andruck in Calbe bei Magdeburg. Die Mitarbeiter im Grafischen Druckzentrum Cuno GmbH & Co. KG ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Normalerweise überprüft die Druckerei selbst, ob die Druckmaschinen korrekt eingestellt sind und die Farbqualität richtig wiedergegeben wird. Die Maschinen werden nach der Prüfung entsprechend neu ausgerichtet. Auf Wunsch des Künstlers darf Jan Kollwitz diese Prüfung selbst übernehmen. Oftmals müssen noch kleine Korrekturen vorgenommen werden, darum werden solche Andrucke zur Qualitätsprüfung immer durchgeführt. Es sind nur Nuancen, die sich verändert haben, vielleicht wären sie einem ungeübten Auge gar nicht aufgefallen. Genau auf diese kleinen Unterschiede sind die Augen der Drucker geschult.

 

Gedruckt wird mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key), kurz: CMYK. Die Maschine vom Druckzentrum Cuno ist eine 5-Farb-Druckmaschine von der Firma Heidelberg (Foto unten links). Zu den vier genannten Farben kann auf Anfrage noch eine Lack-/Sonderfarbe gedruckt werden. Die Druckbögen werden beidseitig bedruckt, das nennt sich Schön- und Widerdruck. Insgesamt werden so pro Druckbogen 16 Buchseiten gedruckt. Die Druckbögen werden mit Druckluft angesaugt und in einem Abstand von nur Millisekunden durch die Druckmaschine geleitet. Wenn der Bogen für die gesamte Auflage gedruckt wurde, werden die Druckplatten automatisch gewechselt. Sind alle Seiten in der gewünschten Auflage gedruckt, können sie in der Weiterverarbeitung zum fertigen Buch werden.

 

 

 

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