Himmel auf Zeit

Die Kultur der 1920er in Hamburg

  • herausgegeben von Dirk Hempel, Friederike Weimar
  • 1., Aufl.
  • Hardcover
  • 22.5 x 22.5 cm
  • 420 Seiten
  • zahlr., teils farb. Abb.
  • Erscheinungsdatum: 01.03.2010
  • ISBN 978-3-529-02849-6

Hardcover

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Inhalt

Mit dem Katalog "Himmel auf Zeit - Die Kultur der 1920er in Hamburg" ergibt sich eine umfassende Sammlung über die regionalen Entwicklungen und Ausprägungen einzelner Kulturgattungen zur Zeit der Weimarer Republik in der Hansestadt Hamburg. Die 17 von verschiedenen Autoren verfassten Aufsätze zu Theater, Literatur, Tanz, Kino, Musik, Radio, Architektur, Raumgestaltung, Kunst, Fotografie und Gartenbau verdeutlichen insbesondere die regionalspezifische Vernetzung der einzelnen Kulturgattungen untereinander. Diese zeigt sich unter anderem über die kulturelle Arbeit von Hamburger Persönlichkeiten, von denen einzelne auch in separaten Aufsätzen explizit vorgestellt werden. Darunter z.B. der Grafiker Theodor Paul Et*bauer oder die Fotografin Minya Diez-Dührkoop. In weiteren Aufsätzen stehen die Kulturbereiche im Vordergrund, welche die "Goldenen Zwanziger" in der Region Hamburg prägten. Der Katalog "Himmel auf Zeit - Die Kultur der 1920er in Hamburg" bietet ein umfangreiches und umfassendes Gesamtbild der Kultur der 1920er Jahre und betont dabei im Kern die regionalen Besonderheiten von Hamburg. Die einzelnen Aufsätze zu den Kulturgattungen oder kulturell bedeutenden Persönlichkeiten sind sehr gründlich und ausführlich recherchiert; sie sind informativ und lehrreich zugleich, aber auch interessant und im Detail kurzweilig und anregend. Neben Hamburger Bewohnern gehören auch fachlich und historisch Interessierte zur Zielgruppe, für die der Katalog regionalhistorische Eindrücke und Erkenntnisse bereit hält. Umfangreiches oder spezifisches Vorwissen ist für das Verständnis des Buches allerdings nicht erforderlich. Ein zusammenhängendes Gesamtbild der "Goldenen Zwanziger" in Hamburg wird getragen von der gegenseitigen inhaltlichen Bezugnahme der Aufsätze, welche die einzelnen Kulturgattungen miteinander verknüpfen. In die Aufsätze integrierte Infokästen bieten zusätzliche Informationen zu ausgewählten Aspekten. Zahlreiche, treffend ausgewählte Bilder komplettieren das Bild von der Kultur der 1920er in Hamburg; sie veranschaulichen die für die Zeit typischen kulturellen Merkmale sowie auch die Hamburgischen Eigentümlichkeiten in der Weimarer Republik. Darüber hinaus findet im Katalog eine ausführliche Bibliografie zu den einzelnen Themen der Aufsätze. Andreas Stuhlmann gibt in seinem Aufsatz zunächst einen einführenden Überblick über die Kulturpolitik Hamburgs zur Zeit der Weimarer Republik. Michaela Giesing beschreibt in ihrem Aufsatz die Theaterszene Hamburgs in den 1920er Jahren, so etwa die expressionistisch ausgerichteten Kammerspiele oder auch die Traditionsbühnen. Sie geht in ihrem Aufsatz auch auf die Besucherorganisation der Theater und auf die öffentliche Rezeption bestimmter Stücke ein. Dirk Hempel beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit der Literatur und dem literarischen Leben und stellt die regionalen Autoren und Werke in Bezug auf die klassischen Literaturrichtungen der Weimarer Republik vor. Er berücksichtigt dabei auch die für die norddeutsche Region typische niederdeutsche Bewegung. Nele Lipp widmet sich in ihrem Aufsatz dem Künstlerischen Tanz der 20er Jahre. Sie beschreibt die Abkehr vom Klassischen Tanz und die Hinwendung zu modernen Tanzformen. Im Mittelpunkt stehen bedeutende Hamburger Tänzer und Tänzerinnen. Die Autorin Corinna Müller konzentriert sich in ihrem Aufsatz auf die Entwicklung der Hamburger Kinoszene, stellt verschiedene Hamburger Filmproduktionen vor und geht auf das Phänomen einer in Hamburg in der Nachkriegszeit rasant einsetzenden Gründungswelle von Schauspielschulen ein. Hans-Werner Heister, Sonja Neumann und Hanjo Polk betrachten in ihrem Aufsatz die Vielfältigkeit der Hamburger Musikkultur - von Chormusik über Jazz bis hin zur speziell jüdischen Musik - in der Weimarer Republik. Der Aufsatz von Wencke Stegemann und Hans-Ulrich Wagner beschäftigt sich mit dem in der Weimarer Republik neuaufkommenden Medium Radio. Sie legen in ihrem Aufsatz v.a. die Bedeutung, den Aufbau und das Programm der Norag, dem norddeutschen Radiosender, dar. Jörg Schilling beleuchtet in seinem Aufsatz die Baukultur der 1920er Jahre. Er stellt unter anderem die Bewegung des Neuen Bauens heraus und geht auf den für die Zeit typischen Backsteinexpressionismus ein, der das Hamburger Stadtbild bis heute prägt. In ihrem Aufsatz über die Raumgestaltung stellt Ina Ewers Schultz bedeutende innenarchitektonische Aspekte des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit vor. Rüdiger Joppien würdigt in seinem Aufsatz die progressive und geradezu revolutionäre Szene der angewandten Kunst in Hamburg. Ausführlich geht er auf die einzelnen Bereiche der Gebrauchskunst, wie Keramik oder Textil, ein. Im Aufsatz von Burcu Dogramaci geht es um bekannte Hamburger Fotografen und Fotografinnen und ihre jeweiligen typischen Arbeitsschwerpunkte von Architekturfotografie über Portraitfotografie bis zur Pressefotografie. Ursula Kellner beschreibt Konzepte und Entwicklungen in der Hamburgischen Garten- und Grünflächengestaltung der 1920er Jahre und stellt auch den sozialpolitischen Zusammenhang heraus. Im Zentrum ihres Aufsatzes stehen die bedeutenden Parkanlagen Hamburgs, wie etwa der Hamburger Volkspark.

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