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Philipp Marti

Der Fall Reinefarth

Schnellübersicht

Eine biografische Studie zum öffentlichen und juristischen Umgang mit der NS-Vergangenheit. Beiträge zur Zeit- und Regionalgeschichte, Band 1
24,00 €
Inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten
erschienen im April 2014, 400 Seiten, Broschur
ISBN: 9783529022517
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Zum Inhalt

Heinz Reinefarth war der einzige SS-General des Dritten Reiches, der nach 1945 auf Länderebene ein politisches Amt innehielt. Der Jurist machte innerhalb des nationalsozialistischen Besatzungsapparates eine steile Karriere und war maßgeblich verantwortlich für die brutale Niederschlagung des Warschauer Aufstandes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Mitglied der Vertriebenenpartei BHE zum Bürgermeister von Westerland und 1958 schließlich in den Kieler Landtag gewählt. Angestoßen durch eine DDR-Propagandaoffensive, kam um Reinefarth in der Folge eine publizistische Debatte ins Rollen, die ihn als öffentlichen Amtsträger mittelfristig untragbar machte. Gleichzeitig bildete seine Person den Anlass für den Beginn der juristischen Aufarbeitung des Warschauer Aufstandes. Nach jahrelangen Ermittlungen trotz erdrückender Beweislast außer Verfolgung gesetzt, starb der weitgehend in Vergessenheit geratene Kriegsverbrecher 1979 auf Sylt.

Der Titel der Veröffentlichung ist Programm: Die Figur Reinefarth stellt das Motiv dar für eine weit über den Lebenslauf des Protagonisten hinausgehende Betrachtung der öffentlichen und juristischen bundesrepublikanischen Vergangenheitsbewältigung. Der um 1960 einsetzende Wandel der Erinnerungskultur in Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Verbrechen ist in Schleswig-Holstein und darüber hinaus auch mit seinem Namen verbunden. Die minutiöse Analyse der Ermittlungstätigkeit der Staatsanwaltschaft Flensburg schließt zudem eine wichtige Lücke innerhalb der Forschung über die westdeutsche rechtliche Aufarbeitung von NS-Kriegsverbrechen.

Der Band, resultierend aus einer vom Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte begleiteten Berner Dissertation in Neuester Geschichte, richtet sich an ein Fachpublikum und eine breite, historisch interessierte Leserschaft. Die flüssig und anschaulich geschriebene Darstellung enthält einen Bildteil sowie zur besseren Orientierung ein Personen- und Abkürzungsverzeichnis.